Artikel, swp.de - Jörg Wahl 15.06.2019

 

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Nachruf Alois Bogenschütz starb im Alter von 86 Jahren. Eine große Trauergemeinde nahm Abschied.

 

Der Gründer der Firma Bogenschütz-Entsorgung, Alois Bogenschütz, starb vor wenigen Tagen im Alter von 86 Jahren. Eine große Trauergemeinde nahm auf dem Friedhof Abschied.

 

Bis vor sechs Jahren war er noch Tag für Tag im Betrieb zu sehen. Außerdem feierte er im Jahr 2015 das 50. Jubiläum seines Lebenswerkes mit. Mit ihm verliert die Gemeinde einen stets fortschrittlichen Unternehmer, dessen ganzes Leben von unermüdlichem Schaffen geprägt war. Sein Hauptaugenmerk galt stets dem Familienunternehmen.

 

Alois Bogenschütz wurde am 18. Februar 1933 als erstes Kind von Anton und Maria Bogenschütz geboren. Aufgewachsen zusammen mit seinen beiden Brüdern Kaspar und Markus – dieser starb im vergangenen Jahr – besuchte er die Schule in Grosselfingen und musste parallel dazu in der elterlichen Landwirtschaft mithelfen. Verheiratet war er mit Elisabeth Bogenschütz, die Ehe blieb kinderlos.

 

Der heutige Geschäftsführer Uwe Bogenschütz, Alois’ Neffe, ging in seiner Trauerrede auf den Lebenslauf seines Onkels ein, nannte Zahlen und Fakten zur Gründung des heutigen mittelständischen Unternehmens und dessen beeindruckenden Werdegang. „Ein Mann, dem wir sehr viel zu verdanken haben“, sagte er. Alois Bogenschütz hatte nach dem Tod seines Vaters dessen Transportgeschäft übernommen und war diesem mit Leib und Seele verschrieben. 1965 gründete er dann sein eigenes Unternehmen, die Alois Bogenschütz Entsorgung – ein Unternehmen, das beständig wuchs.

 

Betrieb in dritter Generation
Der Müll wurde anfangs auf eine Pritsche geladen und anschließend zur Deponie befördert. Das erste Müllsammelfahrzeug mit handbetriebener Schüttung, für die sogenannte staubfreie Müllabfuhr, wurde im Jahre 1967 angeschafft. Im Jahr 1976 baute Alois Bogenschütz eine Halle für die Lastwagen, Werkstatt und Wohnhaus mit Büro im Friedhofweg in Grosselfingen. Der Containerdienst kam dazu, die Lastwagen wurden moderner und die Anzahl stieg.Im selben Jahr erhielten die beiden Firmen Bogenschütz und Heinemann den Zuschlag für die Müllabfuhr im Zollernalbkreis und im Kreis Tübingen; ebenso anteilmäßig 1978 im Landkreis Rottweil. 1982 zog die Firma in die Grosselfinger Gewerbestraße an den heutigen Standort um.

 

Seine ganze Kraft widmete Alois Bogenschütz diesem Unternehmen, das stets weiterentwickelt wurde. „Sieben Arbeitstage waren ganz normal für ihn. Lediglich ein Mal im Jahr gönnte er sich mit seiner Frau Else drei Tage Urlaub im Bregenzerwald.“

 

Übergabe an den Neffen
„Für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte Onkel Alois immer ein offenes Ohr“, betonte Uwe Bogenschütz. Er bezeichnete seinen Onkel als stets korrekt und allseits hilfsbereit. Groß war seine Unterstützung für die Vereine aus Grosselfingen und der Umgebung. Die letzten Jahre von Alois Bogenschütz waren leider altersbedingt von Krankheiten geprägt.

 

Im März 2014 wurde das Entsorgungsunternehmen in Grosselfingen von Alois Bogenschütz an seinen Neffen Uwe Bogenschütz übertragen. Als versierter und verantwortungsvoller Jungunternehmer nimmt sich dieser seither den Veränderungen innerhalb der Infrastruktur auf dem gesamten Betriebsgelände – rund 45 000 Quadratmetern – zur kundenfreundlichen Abwicklung sämtlicher Entsorgungs- und Verwertungsaktivitäten an und leitet das Familienunternehmen in dritter Generation voller Leidenschaft. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 80 Mitarbeiter und zählt rund 40 Fahrzeuge.

Jörg Wahl